Donnerstag, 12. Juli 2018

Ruhrgebiet, Oberhausen, NRW - Wissenschaft & Forschung, Umwelt

Fraunhofer Umsicht untersucht Mikroplastik-Emissionen

Oberhausen (idr). In Deutschland werden jährlich rund vier Kilogramm Mikroplastik pro Kopf freigesetzt. Die Emissionen an Makroplastik betragen etwa 1,4 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Das geht aus einer Studie des Oberhausener Instituts Fraunhofer Umsicht hervor. In den vergangenen zwei Jahren hatten die Wissenschaftler im Auftrag von Partnern aus der Kunststoffindustrie, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Forschung in der "Konsortialstudie Mikroplastik" den Wissensstand zu Mikro- und Makroplastik zusammengetragen.
Die Autoren ermittelten insgesamt 51 Mikroplastikquellen und berechneten die Emissionen. Dafür unterschieden sie zwischen Primärem Mikroplastik der Typen A und B: Typ A sind Partikel aus industriell hergestelltem Kunststoff wie Microbeads in Kosmetika oder Kunststoffpellets. Typ B ensteht unbeabsichtigt durch Abrieb oder Verwitterung z.B. bei Autoreifen oder Schuhsohlen. Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn Müll verwittert bzw. fragmentiert.
Kunststoffemissionen bestehen in Deutschland zu 74 Prozent aus Mikroplastik, so bezifferten es die Experten. Zur Reduzierung der Emissionen empfehlen sie neben dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, dem Verbot von bestimmten Produkten, der Entwicklung neuer Filtersysteme und der Anpassung der Siedlungswasserwirtschaft auch die Sensibilisierung der Verbraucher. Schon das Entfernen von herumliegendem Müll sei ein Anfang.

Montag, 2. Juli 2018

Ruhrgebiet - Medizin

LWL-Universitätsklinikum Bochum setzt auf App
zur ambulanten Behandlung psychisch Kranker

Bochum (idr). Nach einem stationären Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus ist die ambulante Weiterbetreuung oftmals nicht sichergestellt, da es an ambulanten Therapieplätzen mangelt. Die Folge: Patienten werden nach kurzer Zeit wieder stationär eingewiesen. Das LWL-Universitätsklinikum Bochum will künftig eine neue App einsetzen, um dem sogenannten Drehtüreffekt entgegenzuwirken. Mit Hilfe des Programm kommunizieren Patienten und Therapeuten über Messengerdienste, Chat und Videotelefonie miteinander. Termine können vereinbart, Rezepte und Bescheinigungen angefordert sowie Dokumentationen für die Therapie angelegt werden. Darüber hinaus bieten die Therapeuten über die App kurzfristig Interventionsmöglichkeiten an.
Entwickelt wurde die "Tell us"-App vom LWL-Forschungsinstitut für Seelische Gesundheit. Der Startschuss für die Pilotphase fällt zum Jahreswechsel.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Ruhrgebiet, Bochum, NRW - Wissenschaft & Forschung

Bochumer Wissenschaftler entdecken Sicherheitslücken im Mobilfunkstandard LTE

Bochum (idr). IT-Experten vom Horst-Görtz-Institut der Ruhr-Universität Bochum haben Sicherheitslücken im Mobilfunkstandard LTE aufgedeckt. So können Angreifer herausfinden, welche Internetseite ein bestimmter Nutzer besucht, und ihn sogar auf eine gefälschte Webseite umleiten. Dazu muss sich der Angreifer in der Nähe des Geräts befinden.
LTE oder auch 4G, ist gängiger Standard bei Handy, Tablets und vielen vernetzten Haushaltsgeräten.
Das Problem kann von Apps oder Sicherheitsmechanismen in Browsern eingedämmt werden, gänzlich schließen lassen sich Lücken aber nicht. Sie sind sogar noch im kommenden Mobilfunkstandard 5G enthalten, der derzeit zertifiziert wird. 

Montag, 25. Juni 2018

Ruhrgebiet, Duisburg, NRW - Wissenschaft & Forschung

Physiker der Uni Duisburg-Essen schicken Experiment ins All

Duisburg/Essen (idr). Unter einem guten Stern steht hoffentlich das Experiment, das Duisburger Physik-Doktoranden fürs All entwickelt haben. Am 29. Juni fliegt ARISE, das Experiment zur Planetenentstehung der Universität Duisburg-Essen, in den Weltraum. Um voraussichtlich 5:41 Uhr Ortszeit soll die SpaceX-Rakete mit der kleinen grünen Versuchsbox an Bord von Cape Canaveral aus zur Internationalen Raumstation fliegen. Ein Jahr hat das Team daran gearbeitet, sein Experiment weltraumtauglich zu machen.
In der kleinen Box sollen Glasperlen mithilfe eines Minicomputers und eines Motors Kollisionen von Staubpartikeln simulieren. Damit soll überprüft werden, ob durch statische Aufladung Planeten besser entstehen können. Das Experment wird 30 Tage lang laufen und Daten an die Uni Duisburg-Essen senden. Im Herbst wird das Team wissen, ob es mit seiner Idee zur Planetenentstehung richtig liegt. 
ARISE (Planet formation due to charge induced clustering on ISS) war 2017 eines von drei Gewinnerprojekten beim Überflieger-Wettbewerb des Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. 

Dienstag, 29. Mai 2018

Ruhrgebiet - Bildung

Stipendienprogramm für Schüler im Ruhrgebiet
erhält "Hochschulperle" des Stifterverbandes

Gelsenkirchen (idr). Das Stipendienprogramm "RuhrTalente" erhält die "Hochschulperle des Monats" des Stifterverbandes im Mai. Die Initiative hilft Schülern, ihre Lernerfolge zu verbessern. Sie bietet ein umfangreiches Bildungs­programm sowie eine kontinuierliche per­sönliche Beratung in Bildungs- und Ausbildungs­fragen. Die Teilnehmer werden dabei unterstützt, ihre Potenziale und Talente zu entdecken. Angesprochen sind leistungsstarke Jugendliche, die nicht die notwendige Förderung im Elternhaus erhalten.
Seit 2016 wurden durch das Programm schon 150 Talente im Ruhrgebiet entdeckt und gefördert. Initiiert wurde das Stipendienprogramm von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen zusammen mit der RAG-Stiftung und der Stiftung TalentMetropole Ruhr.
"Hochschulperlen" sind beispielhafte Hochschulprojekte, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Jeden Monat stellt der Stifterverband ein Vorhaben vor.

Ruhrgebiet, NRW - Wissenschaft & Forschung, Medizin

Neu entdeckter Duftrezeptor eröffnet
weitere Therapiemöglichkeiten bei Blasenkrebs

Bochum (idr). Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben in der menschlichen Blase einen Riechrezeptor gefunden, der für die Therapie und Diagnose von Blasenkrebs nützlich sein könnte. Sie zeigten in Zellkulturstudien, dass der Rezeptor in Blasenkrebsgewebe häufiger vorkommt als in gesundem Blasengewebe. Der Überschuss war auch im Urin von Patienten nachweisbar. Der Riechrezeptor könnte sich somit als Biomarker eignen, um Blasenkrebs anhand von Urinproben zu diagnostizieren.
Die Zellphysiologen fanden außerdem heraus, dass der Rezeptor auf Sandelholzduftstoffe reagiert. In der Zellkulturstudie konnten das Tumorwachstum mit Sandelholzduft signifikant gehemmt werden.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Ruhrgebiet, NRW - Wissenschaft & Forschung

Wissenschaftler können E-Mail-Verschlüsselungen hacken

Bochum/Münster (idr). Ein Forscherteam der Fachhochschule Münster, des Horst-Görtz-Instituts für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum und der Katholieke Universiteit Leuven hat Verschlüsselungsstandards für E-Mails gehackt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die beiden gängigsten E-Mail-Verschlüsselungsverfahren - Open PGP und S/MIME - angreifbar sind. Die Anfälligkeit von E-Mail-Verschlüsselungen wurde damit zum ersten Mal nachgewiesen.
Nach ihrem erfolgreichen Angriff haben die Forscher die Hersteller aller getesteten Mailprogramme über die entdeckte Sicherheitslücke informiert. Inzwischen wurde nachgebessert, um das Risiko eines erfolgreichen echten Angriffs zu minimieren.