Direkt zum Hauptbereich

Bistum Münster: 28 Ritter und Damen von Reinhard Kardinal Marx in Päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen

„Mit der Kraft, die aus dem Gebet kommt“
Frühjahrsinvestitur des Ritterordens vom Heiligen Grab in Münster

Feierlich zogen die Ritter und Damen vom Priesterseminar Borromaeum aus Richtung Dom.
ONsüd-Bilder: Michael Bönte / Kirche+Leben
Münster (pbm). Ihre Kleidung und ihre Bräuche haben eine lange Tradition, aber sie glauben und engagieren sich in der Welt von heute: die Ritter und Damen des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. Mai, fand auf Einladung der Komturei St. Ludgerus Münster des Ordens, die in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert, die Frühjahrsinvestitur des Ordens in Münster statt. Deren Höhepunkt war am Samstag, 21. Mai, der Investiturgottesdienst. Dabei wurden im St.-Paulus-Dom 28 Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Deutschland in den Orden aufgenommen.
Die neuen Ritter und Damen erhielten zu diesem Anlass Ordenskreuz und Mantel aus den Händen des deutschen Statthalters Dr. Detlef Brümmer und von Reinhard Kardinal Marx. Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, ist der deutsche Großprior des Ordens. Er feierte auch den Investiturgottesdienst. Mit ihm zelebrierten Münsters Bischof Dr. Felix Genn, Weihbischof Wilfried Theising, Spiritual Gerd Theben, Erzabt Tutilo Burger OSB, Erzbischof Stephan Burger aus dem Erzbistum Freiburg und Bischof Rudolf Vorderholzer aus dem Bistum Regensburg.
Die beiden Letzteren gehörten zu den Kandidatinnen und Kandidaten, die investiert wurden. Unter ihnen diesen waren mit Prof. Dr. Gert Gabriëls aus Münster, Dr. Antonius Hamers aus Münster, Dr. Hermann-Josef Korte aus Haltern am See und Propst Klaus Wittke aus Xanten auch vier Männer aus dem Bistum Münster.
Schon vor dem Gottesdienst hatten die Ordensmitglieder in den Mänteln mit rotem Jerusalemkreuz – die Ritter in weiß, die Damen in schwarz und mit Schleier – Aufsehen erregt. Vom Priesterseminar Borromaeum aus waren sie um den Domplatz herum in den Dom eingezogen. Der war mit rund 900 Menschen voll besetzt, darunter 400 Ordensmitglieder.
Zur eigentlichen Investitur kamen zu zweit zunächst die Ritter, dann die Damen und schließlich die Geistlichen unter den Kandidaten nach vorn, erklärten ihre Bereitschaft, die Ziele des Ordens mitzutragen, knieten nieder und nahmen von Kardinal Marx das Ordenskreuz entgegen. Dann legte ihnen Statthalter Brümmer den Ordensmantel um. Die männlichen Kandidaten empfingen außerdem einen symbolischen Ritterschlag.
In den Mittelpunkt seiner Predigt hatte Marx zuvor das Gebet gestellt. Schließlich sei der Ritterorden eine Gemeinschaft des Gebets, des Handelns und des Zeugnisses.
Zu den neu von Reinhard Kardinal Marx (rechts)
 aufgenommenen Rittern gehörten auch Bischof Rudolf
Voderholzer (links) aus Regensburg und
 Erzbischof Stephan Burger aus Freiburg.
So kreise auch der heute verlesene Abschnitt des Jakobusbriefes um das Gebet. „Ohne Gebet schwindet der Glaube, verliert das Leben an Dynamik und Perspektive“, sagte Marx. Es gehöre zu den großen Herausforderungen, dass die Kirche den Menschen wieder das Beten vermittle. Der Schrifttext lade ein, durch das Gebet die Alltags- und Arbeitswelt aufzubrechen, um „im Leben nicht nur an der Oberfläche zu kratzen und von einem Tag in den anderen zu stolpern.“ Marx betonte: „Das Gebet ist die Eintrittskarte in eine neue Beziehungswelt, ein neues Netzwerk.“ Wer bete, schaue außerdem mit neuer Sensibilität und Mitsorge auf andere. „Wir brauchen die Kraft, die aus dem Gebet kommt“, unterstrich der Großprior. Diese Kraft sei nötig, um „aus dem Miteinander in unserem Land kein Gegeneinander werden zu lassen.“ Das Gebet verschaffe Zutritt zum Reich Gottes, es sei „das Lebenselixier für uns Christen.“
Zum anderen, ergänzte Marx mit Blick auf das Tagesevangelium, gehöre zum Eintritt in Gottes Reich eine kindliche Naivität, eine Bereitschaft zu staunen, sich ohne Berechnung beschenken zu lassen. „Der Ordensmantel und viele liturgische Gewänder verweisen auf das Taufkleid, das wichtigste Kleid unseres Lebens“, schloss Marx. Den neuen Ordensmitgliedern wünschte er, dass sie „das Tragen dieses Mantels empfinden wie ein Umhüllt-Werden von der Liebe Jesu Christi.“ Ausdrücklich dankte er allen Ordensmitgliedern für ihr Engagement.
Die musikalische Gestaltung des Investiturgottesdienstes hatten der Mädchenchor am Dom und das Santini Kammerorchester übernommen, beide unter Leitung von Domkantorin Verena Schürmann. Die Orgel spielte Domorganist Thomas Schmitz.
Am Sonntag beschloß ein Dankgottesdienst die Frühjahrsinvestitur. Diesen feierte Bischof Dr. Felix Genn als Gottesdienst zum Dreifaltigkeitssonntag.
Hintergrund: Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein päpstlicher Laienorden, dem auch geistliche Mitglieder angehören. Entstanden ist er aus einer spätmittelalterlichen Pilgerbewegung. Seit mehr als 150 Jahren übernimmt der Orden Aufgaben im Heiligen Land mit Schwerpunkt in Israel, Jordanien und Palästina. Weltweit hat er 30.000 Mitglieder, in Deutschland sind es 1.450. Sie unterstützen die Finanzierung des personellen und sachlichen Betriebs und der Pfarrarbeit von etwa 60 Pfarreien und Einrichtungen, fördern Bildung und Ausbildung im Sinne eines guten Zusammenlebens der Religionen und engagieren sich für soziale Einrichtungen. Die Gesamtleistung der Deutschen Statthalterei betrug im Jahre 2015 circa 1,7 Millionen Euro, komplett finanziert durch Jahresbeiträge und Spenden.



Beliebte Posts aus diesem Blog

Ruhrgebiet - Medizin

LWL-Universitätsklinikum Bochum setzt auf Appzur ambulanten Behandlung psychisch Kranker
Bochum (idr). Nach einem stationären Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus ist die ambulante Weiterbetreuung oftmals nicht sichergestellt, da es an ambulanten Therapieplätzen mangelt. Die Folge: Patienten werden nach kurzer Zeit wieder stationär eingewiesen. Das LWL-Universitätsklinikum Bochum will künftig eine neue App einsetzen, um dem sogenannten Drehtüreffekt entgegenzuwirken. Mit Hilfe des Programm kommunizieren Patienten und Therapeuten über Messengerdienste, Chat und Videotelefonie miteinander. Termine können vereinbart, Rezepte und Bescheinigungen angefordert sowie Dokumentationen für die Therapie angelegt werden. Darüber hinaus bieten die Therapeuten über die App kurzfristig Interventionsmöglichkeiten an. Entwickelt wurde die "Tell us"-App vom LWL-Forschungsinstitut für Seelische Gesundheit. Der Startschuss für die Pilotphase fällt zum Jahreswechsel.

Ruhrgebiet, NRW - Wissenschaft & Forschung

Wissenschaftler können E-Mail-Verschlüsselungen hacken

Bochum/Münster (idr). Ein Forscherteam der Fachhochschule Münster, des Horst-Görtz-Instituts für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum und der Katholieke Universiteit Leuven hat Verschlüsselungsstandards für E-Mails gehackt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die beiden gängigsten E-Mail-Verschlüsselungsverfahren - Open PGP und S/MIME - angreifbar sind. Die Anfälligkeit von E-Mail-Verschlüsselungen wurde damit zum ersten Mal nachgewiesen. Nach ihrem erfolgreichen Angriff haben die Forscher die Hersteller aller getesteten Mailprogramme über die entdeckte Sicherheitslücke informiert. Inzwischen wurde nachgebessert, um das Risiko eines erfolgreichen echten Angriffs zu minimieren.

Ruhrgebiet, Essen, Duisburg - Wissenschaft & Forschung, Bildung

Uni Duisburg-Essen bietet drei neue Studiengänge mit interkulturellen Schwerpunkten
Duisburg/Essen (idr). Die Uni Duisburg-Essen erweitert ihr interkulturelles Portfolio: Die Fakultät für Geisteswissenschaften startet im Wintersemester gleich drei neue Studiengänge - den Bachelorstudiengang Türkeistudien sowie die Masterstudiengänge Geschichtspraxis Interkulturell und Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Der BA-Studiengang Türkeistudien bietet einen breiten Überblick über die Türkei im europäischen und globalen Kontext. Neben Türkisch wird zudem ein Semester lang intensiv eine weitere Sprache vermittelt, z.B. Kurdisch, Arabisch, Griechisch, Osmanisch und Armenisch. Der MA-Studiengang Geschichtspraxis interkulturell verzahnt die Geschichtswissenschaften mit anderen Fachkulturen und der Berufspraxis. Im MA-Studiengang Deutsch als Fremd- und Zweitsprache lernen die Studierenden u.a. durch ein Lehr- und Forschungspraktikum passende Berufsfelder kennen. Infos unter www.uni-due.de