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Internationaler Tag der Pflege


Die Pflegenden sind die Unverzichtbaren

Elisabeth Krankenhaus informiert zum internationalen Tag der Pflege am 12. Mai rund um Ausbildung und Karriere im Recklinghäuser Süden.

(ek) „Die Freude der Menschen, wenn man ihnen hilft, motiviert mich", deshalb will Beyza Mina Aydin Gesundheits- und Krankenpflegerin werden. Wer das möchte, aber noch nicht so recht weiß, wo es hingehen soll und was der Beruf mit sich bringt, kommt am Samstag, 12. Mai, von 10 bis 14 Uhr ins Elisabeth Krankenhaus, um den Pflegeexperten Löcher in den Bauch zu fragen. Am internationalen Tag der Pflege informieren erfahrene Kräfte im Foyer des Haupteingangs (Zugang über Auf der Jungfernheide) über die Ausbildung und Karrieremöglichkeiten.
Kranke brauchen Pflege. Pflegerinnen und Pfleger sind das Herzstück unseres Krankenhauses. Ohne sie geht nichts. Ihre Beobachtungen sind für die ärztliche und therapeutische Behandlung der Patienten von großer Bedeutung. Menschen brauchen Menschen, vor allem wenn sie krank sind.
Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitssystem. Es ist ein anspruchsvoller und komplexer Beruf, bietet aber auch viel Abwechslung.
Der internationale Tag der Pflege am 12. Mai geht zurück auf die britische Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910). Sie war die Begründerin der modernen, westlichen Krankenpflege. Sie hat erkannt, dass die Pflege der Kranken einer besonderen Fürsorge bedarf und sich für Hygiene stark gemacht. Sie trug dazu bei, dass sich die Krankenpflege zu einem gesellschaftlich geachteten und anerkannten Berufsweg für Frauen entwickelte, und legte Ausbildungsstandards fest, die noch heute wichtig sind.

ONsüd-Bild: ek
Beyza Mina Aydin (21), Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin im dritten Lehrjahr am Elisabeth Krankenhaus, und Michelle Greve (21), derzeit Praktikantin und angehende Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin am Elisabeth Krankenhaus, erzählen im Interview aus ihrem Alltag und warum sie ihre Ausbildung so schätzen.


Wie sind Sie auf die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gekommen, was war der Anlass für Ihre Berufswahl?

Michelle Greve: Ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten und mich schon immer im medizinischen Bereich gesehen. Als Kind habe ich oft Krankenschwester gespielt.  Ich habe Fachabitur und möchte später auch Pflegemanagement studieren.
 
Beyza Mina Aydin: Meine Oma hatte Alzheimer und Parkinson, war bettlägerig. Da wurde mir klar, dass ich gar nicht so viel über die Pflege weiß. Hauptsächlich haben mich die Krankheitsbilder interessiert. Um ein gutes Grundwissen zu erlangen wollte ich zunächst eine Ausbildung machen, danach würde ich gerne Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik studieren.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

Beyza Mina Aydin: Ich habe drei Wochen Blockunterricht und ein bis zwei Monate Schichtdienst auf verschiedenen Stationen im Wechsel. Morgens kümmern wir uns hauptsächlich um die Grundpflege der Patienten sowie die Visite. Ich arbeite derzeit in der Unfallchirurgie, da kommen oft Notfälle rein, die wir intensiver überwachen. Unterschiedliche Schichten zu haben und immer neue Patienten zu betreuen, bringt Abwechslung und das schätze ich an diesem Beruf.

Michelle Greve: Anfangs war die Arbeit stressig, weil es so viele neue Eindrücke gab. Aber ich denke, wenn ich es öfter mache, wird es Routine. Ich habe benutzte Betten zur Reinigung gebracht und neue geholt, Proben ins Labor gebracht, Nachttische desinfiziert und durfte die Gesundheits- und Krankenpflegekräfte zum Patienten begleiten. Man muss viel laufen, aber das macht auch Spaß. Die Patienten sind sehr nett. Wenn sie merken, dass ich neu bin, helfen sie mir sogar und geben Tipps.  Das nimmt mir die Angst.

Was mögen Sie besonders an Ihrer Ausbildung?

Beyza Mina Aydin: Ich kann sehr viel lernen. Es ist ein Job, der Spaß macht. Es gibt immer etwas Neues, es ist abwechslungsreich. Vor allem die medizinischen Aspekte gefallen mir gut. Die Freude der Menschen zu sehen, wenn man ihnen geholfen hat, motiviert sehr.

Michelle Greve: Es ist ein tolles Gefühl, wenn man helfen kann, und wir sehen sofort den Nutzen und das Ergebnis unserer eigenen Arbeit, wenn der Patient sich erleichtert zurücklehnt.

Was muss man mitbringen, um Gesundheits- und Krankenpflegerin zu werden?

Beyza Mina Aydin: Man braucht vor allem Zeit und Geduld. Nicht alle Patienten sind sehr nett. Das ist wie im normalen Leben auch. Engagement und Pünktlichkeit sind wichtig. Man muss lernwillig sein, denn der Stand der Medizin ändert sich stets. Da muss man am Ball bleiben und viel nachfragen. Anfangs fiel mir die körperliche Pflege schwer. Ich selbst habe ein großes Schamgefühl. Deshalb bin ich sehr vorsichtig und respektvoll im Umgang mit den Patienten. Man gewöhnt sich an die Dinge, die eben dazu gehören.

Michelle Greve: Außerdem ist Teamarbeit wichtig. Zusammenarbeiten erleichtert den Arbeitsalltag.

Was hat Sie in der Ausbildung bisher am meisten berührt?

Beyza Mina Aydin: Ich habe auf der Palliativstation begonnen. Ich hatte vorher noch nie einen Toten gesehen. Aber ich hatte auch keine Angst. Das Personal hat mich super darauf vorbereitet. Heute habe ich da gar keine Berührungsängste mehr.

Michelle Greve: Ich habe bisher auch keinen Toten gesehen, aber das gehört zum Leben dazu und ich finde es wichtig, das mitzuerleben.

Beyza Mina Aydin: Es kommt auch immer darauf an, wie sehr es einen mitnimmt, ob es plötzlich passiert oder absehbar ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege?

Beyza Mina Aydin: Dass es mehr Personal gibt und mehr Zeit für persönliche Gespräche mit den Patienten bleibt. Das gehört auch dazu.


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